Heiko und Mehmet: heute schon gemeinsam auf Streife

Ich möchte mich hier bestimmt nicht auf unseren Minister für Justiz und Verbrsucherschutz, Heiko Maas einschiessen. Mein Blog ist unpolitisch. Dennoch, der Heiko sagt Dinge die mich wirklich irritieren. Gestern, bei einer Pressekonferenz mit Innenminister Thomas de Maiziere zu Konsequenzen aus der NSU Mordserie, hat er folgendes gesagt:

“Bei Polizei und Justiz soll es in Zukunft nicht nur Heiko und Thomas geben, sondern auch Mehmet und Aishe.” 

Sowohl die “Rheinische Post” als auch das “Handelsblatt” drucken dieses Zitat heute unkommentiert als Worte oder Zitate des Tages.

So könnte man also meinen, es gäbe heute überhaupt keine Polizisten und Justizangestellte mit Mitgrationshintergrund. Denn der Heiko spricht ja von der Zukunft (das macht er überhaupt sehr gern). Laut einer Anwort der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenpartei aus dem Jahr 2013 geht allerdings hervor, daß die Zahl der Einstellungen von Menschen mit Migrationshintergrund in den gehobenen Polizeivollzugsdienst in NRW von 58 Migranten im Jahr 2009 auf 161 im Jahr 2012 angestiegen sind. Das ist eine anteilige Steigerung von 5,3 auf 11,5 Prozent gemessen an allen Neueinstellungen. Im Jahr 2012 etwa hatten 1.757 oder 21,3 Prozent aller Bewerber einen Migrationshintergrund. Tatsächlich eingestellt wurden aber nur 161 bzw. 11,5 Prozent. Natürlich könnten es noch deutlich mehr sein und anscheinend sind die Einstellungskriterien (wohl auch mit recht) sehr anspruchsvoll, so daß noch zu viele Bewerber im Aufnahmeverfahren scheitern. Das heisst, es muß weiter an den schulischen Ausbildungsangeboten für Migranten gearbeitet werden. Das ist aber ein anderes Thema. (Siehe: http://www.migazin.de/2013/11/07/nordrhein-westalen-immer-polizisten/ )

Der Heiko vermittelt mit seiner Aussage den Eindruck, als ob die Polizei und in der Justiz heute als Karriereweg für Menschen mit Migrationshintergrund gar nicht offen steht.

Das ist nicht richtig.

Von den Redakteuren der Rheinischen Post und des Handelsblatts hätte ich mir zudem gewünscht, die Aussage (wenn überhaupt) nur im Kontext einiger weiterer Informationen wie oben abzudrucken. Ein falscher Eindruck ist schnell vermittelt, aber nur sehr schwer zu korrigieren.

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