Malaysia Airlines MH370

MH17 und MH370 – Wir trauern um Euch

Fast auf den Tag genau vier Monate nachdem ich an dieser Stelle über den vermissten Malaysia Airlines Flug MH370 schrieb (siehe: http://wp.me/p4fsS9-7B), trauert die Welt heute um 295 Menschen, die mit dem Flug MH17 über der Ostukraine höchstwahrscheinlich unschuldige Opfer menschenverachtender Unvernunft wurden.

Daß es die wieder die gleiche Fluglinie, wieder den gleichen Flugzeugtyp traf, verstärkt nur noch die Unbegreiflichkeit des Geschehenen.

Heute fehlt  zudem jede Illusion der Hoffnung. Die Katastrophe ist sofortige, schreckliche Gewissheit.

Heute können wir nicht einmal mehr rufen “Come home MH17”.

Mein Mitgefühl gilt den Familien, Verwandten und Freunden der unschuldigen Opfer. Die Verantwortlichen für diese Tragödie mögen keine Ruhe finden.

MH17 und MH370 – Wir trauern um Euch!

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Kommt nach Hause MH370!

“Come home MH370”, so lautet die Aufschrift eines Transparentes, welches Angehörige von Passagieren der vermissten Malaysia Airlines Maschine angefertigt und zum Zielflughafen gebracht haben. Sie warten. Aber MH370 fliegt nicht mehr. 239 Menschen sind verschwunden, spurlos.

Mit dem Schliessen der Flugzeugtüren, dem Lösen der Versorgungsleitungen und dem Ablegen vom Terminal entstehen täglich tausende autonome Gesellschaften auf Zeit, – abgekoppelt vom Rest der Welt. Besatzung und Pasagiere werden zu einer Schicksalsgemeinschaft. Das Erreichen Ihrer jeweiligen Ziele ist nun abhängig von höchst zuverlässiger, im Einzelfall jedoch sehr verwundbarer Technolologie.

Namen auf einer Passagierliste stehen für Menschen mit Träumen, Plänen und Wünschen. Da sind Jung und Alt, erfahrene Vielflieger, Erstflugreisende, Geschäftsleute, Familien, Kinder, Nette und Unfreundliche, Entspannte und Ängstliche. Alle sind eng verbunden durch Sympathie, Abneigung oder zumindest durch das gemeinsame Bewusstsein, das eigene Leben vertrauensvoll und vollständig in fremde Hände gelegt zu haben.

Die unzähligen Gedanken der Menschen an Bord sind fast greifbar: Die Freude auf ein Wiedersehen, Die Vorbereitung auf einen wichtigen Termin, die Zufriedenheit über das kürzlich Erreichte, die Aufregung vor einem Urlaub, Sorgen um geliebte Menschen oder aber Neugierde auf die Gegebenheiten welche man am Zielort vorfinden wird.

Ich empfinde meine eigenen Emotionen an Bord eines Flugzeuges intensver als am Boden. Ich weiss nicht, ob das allein an dieser besonderen, geschlossenen Atmosphäre liegt. Ich glaube es hat viel damit zu tun, daß man sich buchstäblich von der Geschwindigkeit und den Grenzen des Lebens am Boden gelöst hat.

Das Flugzeug selbst: Es lebt, es hat eine Identität, eine Geschichte und eine Zukunft. Diese ist für den Moment eng verwoben mit dem Schicksal derer, die es  befördert. Manchmal wundere ich mich, daß ein Flugzeug die Fülle des Erlebens in seinem Inneren überhaupt tragen kann.

Ich weiss nicht wann, wie und wodurch die Stimmung an Bord von MH 370 in Angst und damit in die Gewissheit auf das Unvermeidliche umgeschlagen ist. Jeder Versuch sich die Hilflosigkeit in den letzten Sekunden, Minuten oder gar Stunden vorzustellen, endet mit einem dumpfen Schmerz.

MH370 fliegt nicht mehr – Kommt nach Hause!